Martins Blog

Seit einiger Zeit überlege ich, eine Art Blog zu schreiben. Von einigen weiß ich nämlich, dass sie gerne über das lesen, was ich erlebe.

Es ist ein Versuch und ich weiß nicht, wie oft ich etwas schreiben werde.




(4.11.2017)

Ein Typ, den ich beim Tanzfestival im August kennengelernt habe, will unbedingt, dass ich an seinem 
Unterricht teilnehme, den er als Vorbereitung auf seine Prüfung an der UdK veranstaltet.
Ich glaube, er meint weniger mich als Person, sondern mehr mich als behinderten Menschen. Er will 
nämlich, dass auch Menschen mit Behinderung in der UdK sichtbar werden.

Den ersten Termin habe ich verpasst, weil ich noch etwas für die Aktion zu Assistenz im Krankenhaus 
vorbereiten musste, die am 26. Oktober stattgefunden hat. (Mehr dazu unter 
www.adberlin.com/neu/aktionstag-horror-auf-station-nicht-nur-zu-halloween.)
Ehrlich gesagt: Vielleicht habe ich die Arbeit unterbewusst als Vorwand genommen, denn ich hätte sie 
genauso gut  hinterher machen können.

Als eine weitere nachdrückliche Einladung kam, hatte ich fest vor, zum zweiten Termin hinzufahren.
Und an diesem Tag passierte etwas, was mich sehr geknickt hat und wofür ich mich schäme:
Ich hatte mir die Raumnummer notiert und war in dem Gebäude, in dem im September ein Nachmittags-Workshop 
mit diesem Typen stattfand. Doch dieser Raum war nicht barrierefrei zugänglich. Ich irrte im Gebäude 
umher, traf auf eine nette Studentin, die mir bei der Suche half. Nichts! Unverrichteter Dinge fuhr ich 
nach Hause und sah in meinen E-Mails nach. Ich war im falschen Gebäude der UdK; das richtige Gebäude 
ist nur einige hundert Meter weiter …
Es ist mir dieses Jahr schon einmal passiert – nämlich bei der Mitgliederversammlung der Möckernkiez-Genossenschaft -, 
dass ich dachte, ich weiß ja, wo es ist, und aus der Gewissheit heraus nicht auf die Adresse geachtet habe.

Der dritte Termin wurde wegen Krankheit abgesagt.



(19.10.2017) Der 19. Oktober: Vorgeschichte und Protokoll eines wunder-verrückten Tages Am 19. Dezember 2016 sollte mir ein Weisheitszahn entfernt werden. Als ich auch noch längere Zeit danach Probleme hatte (Taubheit eines Bereichs der Zunge, kein bzw. komischer Geschmack an der Stelle des Weisheitszahns), ging ich Anfang Februar in die Zahnklinik. Die Röntgenaufnahme zeigte, dass der Weisheitszahn nicht komplett entfernt wurde. Die Ärztin sprach von der Gefahr, dass sich der Zahnrest entzünden kann. Meine Cousine – von Beruf Zahnärztin – ergänzte die Information dahingehend, dass mensch eine Entzündung des Zahnrests überhaupt nicht als solche wahrnimmt … Da ich gegen den Arzt, seines Zeichens Leiter des Zentrums für die zahnärztliche Behandlung von Menschen mit Behinderungen am Vivantes-Klinikum Berlin Neukölln, wegen eines Behandlungsfehlers vorgehen will, wollte ich am Zustand des Unterkiefers nichts verändern und habe die Entfernung des Zahnrests vor mir hergeschoben, aber nach meinem Freiburg-Aufenthalt doch endlich in Angriff genommen. Bei meiner Recherche bei der Zahnärztekammer Berlin mit den Stichworten „Behindertenbehandlung“ und „Behandlung in Narkose“ bin ich auf einen Arzt gestoßen, der mir bei einem Vorgespräch am 1. September gleich äußerst sympathisch war. Ich vereinbarte einen OP-Termin in Vollnarkose für den 19. Oktober, ohne zu realisieren, dass dieser Termin in die heiße Phase der Vorbereitung für den Aktionstag von ambulante dienste e. V. zum Thema Assistenz im Krankenhaus fällt. Mehr dazu unter www.adberlin.com. Ich hatte am 18. Oktober Panik wie selten zu vor, dass ich alles Notwendige zur Vorbereitung des Aktionstags hinbekomme, denn ich ging davon aus, dass ich nach der OP für ein paar Tage ausgeknockt sein würde. Ich habe alles geschafft! Am Vorabend der OP wurde mir dann schon sehr anders: Die Vorstellung, den Kiefer (na ja, es war ja nur ein kleines Stück) aufgeschnitten zu bekommen, die Vorstellung, wie nach der OP im Dezember 7-10 Tage nicht vernünftig essen zu können, … Um 21.00 Uhr nahm ich meine „Henkersmahlzeit“ ein. In der Nacht schlief ich wenig und stand viel zu früh auf. Um 7.00 Uhr kam meine Assistentin zum Anziehen und um mich zum Arzt zu begleiten – eigentlich massig Zeit, damit wir um 9.00 Uhr in der Praxis sind. Wie immer in Berlin gab mir der Routenplaner mehrere Möglichkeiten an, um mit dem ÖPNV von meiner Wohnung zur Praxis kommen: eine mit Bus und Straßenbahn, eine mit U-Bahn, S-Bahn und Straßenbahn – alle mit Fahrzeiten unter einer Stunde. Sollte ich jetzt die Variante wählen, bei der durch Staus im Berufsverkehr etwas schiefgehen konnte, oder die Variante, bei der ich auf Aufzüge angewiesen sein würde, die eventuell nicht funktionieren? Ich wählte die Variante ohne Aufzüge. Meine Assistentin und ich gingen um 7.30 Uhr aus dem Haus. Der Bus 7.32 Uhr, von dem ich dachte, er führe 7.36 Uhr, war weg, der Bus 7.42 Uhr fiel aus. Also der Bus um 7.52 Uhr. Der erste Anschluss klappte perfekt. Der zweite Anschluss: Mit Rennen hätten wir die Bahn bekommen, aber die Bahn fährt alle 5 Minuten. Die Straßenbahn fährt unabhängig vom Straßenverkehr und – wie ich heute wieder feststellte – mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit von 80-100 Stundenkilometern. Kurz vor unserem Ziel machte die Bahn eine Vollbremsung. Ein nicht ganz nüchterner Mann war vor die Bahn gelaufen. 8.55 Uhr. Dem Mann passierte zum Glück nichts, der Fahrer der Straßenbahn erklärte, er müsse auf Notarzt und Polizei warten und könne bis auf Weiteres nicht weiterfahren. Meine Assistentin organisierte vier Männer (letztendlich waren fünf Männer nötig) die mich im E-Rolli über einen 20 Zentimeter großen Spalt aus der Straßenbahn auf den Mittelstreifen trugen. Dann waren noch einmal zwei Leute für die Stufe vom Mittelstreifen auf die Fahrbahn nötig. Mit viel Rennerei – vor allem für meine Assistentin, denn mein neuer Rollstuhl fährt ja jetzt 13 Stundenkilometer schnell – waren wir um 9.05 Uhr in der Praxis und mussten „natürlich“ noch warten. Die Vorbesprechung bei der Narkoseärztin: Wieder einmal wurde meine Assistentin statt ich angesprochen. Sie hat eine tolle Art, in solchen Situationen auf mich zu verweisen. Die Narkoseärztin wies darauf hin, dass ich 12-24 Stunden nach der Narkose nicht alleine sein sollte. Ich ärgerte mich maßlos über mich, dass ich nicht noch eine zweite Person organisiert hatte, die meine Assistentin ablösen könnte … Irritiert war ich, dass die Narkoseärztin sehr bedenklich mit den Wimpern zuckte, als ich ihr sagte, dass ich beim Zähneputzen um 7.00 Uhr noch zwei Schluck Wasser getrunken hatte – ich dachte, das wäre bis zwei Stunden vor der Narkose erlaubt … Ansonsten fühle ich mich bestens über Narkosen informiert, seitdem eine Teilnehmerin in der Fortbildung „Leichte Sprache“ im Juni als Krankenschwester im OP ein brillantes Referat über die Vollnarkose hielt. Ich hatte den Eindruck, dass die Narkoseärztin mit ihrem Team wesentlich professioneller arbeitete, als ich es bei der OP im Dezember letzten Jahres erlebt hatte. Ich schlief ein und wachte auf. Nach einer Viertelstunde war ich fit. In der bösen Vorahnung, dies sei nur im Liegen so, bat ich meine Assistentin genau aufzupassen, wenn ich mich aufsetze. Doch auch nach zwei Minuten sitzen war alles perfekt. Der Zahnarzt kam und übergab mir in einer kleinen Tüte den „Zahnrest“: ein Zentimeter hoch mit nicht einheitlicher Bruchkante oben. Das kann kein „Vergessen“ sein! Meine böse Vermutung: Der Arzt im Dezember hat den sichtbaren Teil des Zahnes einfach mit der Zange abgeknipst. Merkt ja eh keiner – besonders bei Menschen mit einer geistigen Behinderung, die sich nicht artikulieren können. Das Warten auf den Krankentransport, der uns nach Hause fuhr, verbrachten meine Assistentin und ich (wie sich später herausstellte: verbotenerweise) in der Sonne auf einem Balkon zur Feuertreppe. Der Bereich des Unterkiefers war zwei bis drei Stunden lang geschwollen. Nachdem ich gleich Kühlpads an die Stelle gehalten habe, merkte ich sechs Stunden nach der OP überhaupt nichts mehr! Und ich bin fit wie normal: Am Nachmittag war ich in der Sonne, Kleider kaufen, beim Friseur, … Für heute Abend überlege ich tanzen zu gehen. Ein mittelgroßes Wunder, mit dem ich nie gerechnet hätte.


(3.9.2017) Auch diese Woche ist wieder soo viel passiert. Unter anderem wurde mein Rollstuhl-Akku ausgetauscht, so dass ich wieder so weit fahren kann wie früher. Der Typ von der Rollstuhl-Firma war so nett, dass ich gar nicht so böse zu ihm sein konnte, wie ich eigentlich wollte. Allerdings macht mir meine Arbeit immer mehr Kummer...


(27.8.2017) Ich bin wieder da! Nachdem auch der Tanzkongress und das Tanzfestival vorbei ist, das eine gute Freundin von mir seit sechs Jahren - jedesmal in einer anderen europäischen Stadt und dieses Jahr in Berlin organisiert hat - beginnt morgen mein Alltag wieder und ich möchte (mit einigen von Euch) Termine für Treffen ausmachen. Mein Urlaub war leider von viel Pech und Pannen geprägt. Einigen habe ich am 12. August eine E-Mail geschickt mit einem kleinen Vorgeschmack auf diese Pannen. Leider hat mein E-Mail-Programm auf dem Tablet die ausgehenden E-Mails nicht gespeichert, so dass ich nicht mehr nachvollziehen kann, an wen ich die Mail geschickt habe. Ein großes Ärgernis, was mich sehr sehr belastet, ist die geringe Kapazität meines Rollstuhl-Akkus. Er soll laut Anleitung mindestens 30 Kilometer halten - und hält gerade mal 6-8 Kilometer! Ich hatte vor der Reise nicht vehement genug auf einen Austausch bestanden, weil ich Angst vor einem noch schlechteren Akku hatte. Obwohl: Noch schlechter geht kaum! Andauernd schaue ich auf die Batterie-Anzeige. Vor der Zeit in Freiburg war ich noch eine Nacht in Mannheim. Bei meinem Ausflug nach Heidelberg konnte ich nicht einmal die ganze Fußgängerzone auf- und abfahren, geschweige denn so herumfahren, wie ich es vor zwei Jahren problemlos konnte. Auch in München, wo ich im Anschluss war, konnte ich meine dortige Freundin nicht mit dem E-Rolli besuchen. Ich hatte massive Probleme, in München U-Bahn zu fahren bzw. in die U-Bahn hinein geholfen zu bekommen. Da ich einen bestimmten Verdacht hatte, war ich mit meiner Mutter im Deutschen Museum, wo es eine mit dem Rollstuhl befahrbahre Lastenwaage gibt. Sie zeigte 230 Kilo! In der Anleitung und in den Zulassungspapieren des Rollstuhls ist ein Gewicht von 108 Kilo angegeben. Rechnet mensch mein Körpergewicht von ca. 55 Kilo hinzu, sind das 165 Kilo! Wo kommen die 65 Kilo her? Von einer falschen Batterie? Ich bin stinksauer! Das zweite große Ärgernis meiner Reise, für das jedoch niemand etwas kann: Der Aufzug zu meiner Ferienwohnung ist kaputt gegangen - am Samstag! Zuerst hieß es, das erforderliche Ersatzteil kann am gleichen Tag noch eingebaut werden. Der Monteur war am Samstag spätnachmittags (!) noch einmal da, fuhr aber unverrichteter Dinge wieder weg. Was tun? - Zum Glück hatte ich die Telefonnummern der Organisator*innen des Tanzfestivals und die Teilnehmendenliste. Sehr schnell kam ein Auto mit fünf starken Männern, die zuerst mir aus dem 2. Stock herunterhalfen, dann meinen Rollstuhl die Treppe hinunter trugen. Ich konnte in einer separaten Turnhalle übernachten und musste nicht einmal im Schlafsaal mit den anderen 150-200 Festivalteilnehmer*innen übernachten. Das hatte den Vorteil, dass der Weg zu meiner Ferienwohnung bzw umgekehrt wegfiel. Ich habe sogar - bis auf die erste Nacht - auf einer dicken Matte recht gut geschlafen. Allerdings konnte ich nicht duschen und nicht - was mir immer so wichtig ist - in Ruhe stressfrei aufs Klo gehen. Ich hatte gehofft, am Montag wieder in meine Wohnung zu können, doch am Montag hieß es, das Ersatzteil sei "frühestens am Mittwoch" da. Also ließ ich mir am Montag noch einmal in die Wohnung helfen und packte alle Sachen. Ich fuhr nicht wie geplant am Freitag, sondern bereits nach dem Festival am Mittwoch nach München. Als ich am Montag in meiner Ferienwohnung war und dort Internet-Zugang hatte, erfuhr ich von der Sperrung der Zugstrecke zwischen Rastatt und Baden-Baden. Dort sind die Gleise eingestürzt, weil ein Tunnel nicht tief genug gegraben wurde. Nach dem ersten Schreck kam ich nur dadurch darauf, von Freiburg nach München die Alternativstrecke über Basel, Friedrichshafen und Ulm zu nutzen, die schöner, kaum länger und für mich sogar preiswerter ist. Es geht leider noch weiter mit Pech und Pannen: - In den wenigen Nächten, in denen ich in der Ferienwohnung übernachten konnte, war in einer Nacht der Bewegungsmelder vor der Wohnungstür mit Glasscheibe kaputt. Das Licht ging alle zehn Sekunden aus und an, so dass ich es vom Bett aus sehen konnte. Mit Wegdrehen und Decke-über-die-Augen ging es einigermaßen. - Als ich nach Hause kam, merkte ich, dass der Kühlschrank einen kleinen Spalt breit offengeblieben war ... - In der Jugendherberge Mannheim  wurde mir ein Umschlag übergeben. Ich sah hinein und fand eine Rechnung für eine Wäsche in der Waschmaschine. Sicher ein Missverständnis, dachte ich. Wieder zu Hause in Berlin fand ich auf der Rückseite der Rechnung die Nachricht eines Freundes. Ich hätte mich melden sollen ... Das Tanzfestival an sich war gut, obwohl ich auch dort den falschen Intensivkurs gewählt hatte. Eine Freundin hatte mir eine bestimmte Frau empfohlen, weil sie schon mit Menschen mit Behinderungen gearbeitet hat. Aber erstens unterrichtete sie viele Dinge, bei denen ich nicht mitmachen konnte, und zweitens kam ich persönlich nicht mit ihr klar. Es ging dieses Jahr vielen so: Eigentlich ist es nicht erlaubt, den Intensivkurs zu wechseln. Doch dieses Jahr wechselten sehr viele. Doch  bei mir fällt sowas eben auf ... Zwischendrin habe ich überlegt, ob ich noch einmal zum Festival fahre. Doch  die Rückmeldungen, die ich am letzten Tag bekam, waren soo positiv. Deshalb: Auch nächstes Jahr wieder!


(24.6.2017) Ich habe gestern meine Fortbildung "Leichte Sprache" abgeschlossen und mein Zertifikat erhalten. Nach der angenehmen Lern- und Gruppen-Atmosphäre im Februar und die sehr positiven Rückmeldungen auf die vier Aufgaben, die ich in der Zwischenzeit zu bearbeiten hatte, habe ich mich sehr auf die zweite Präsenzphase in der vergangenen Woche gefreut. Ich wurde nicht enttäuscht! Der Schwerpunkt der Woche lag auf den Referaten der Teilnehmenden: Jede/r sollte 15 Minuten lang zu einem frei gewählten Thema in Leichter Sprache sprechen. Dank meiner Assistentin verlief mein Vortrag (siehe Anlage) sehr zufriedenstellend. (Ich habe meine Arbeitsassistentin Birte jetzt schon 3 1/2 Jahre und wir stellen immer wieder übereinstimmend fest, dass wir das ideale Team sind. Das sagt auch jede/r, der/die uns beide zusammen erlebt.) Bei den Referaten war das ganze Gut-Schlecht-Spektrum vertreten.Den Vogel abgeschossen hat eine Krankenschwester, die im OP-Saal arbeitet, und ein Referat über Vollnarkosen hielt. Sie hatte auch diverse Nadeln und Schläuche dabei, so dass ihr Beitrag nicht nur visuell durch eine Powerpoint-Präsentation, sondern auch haptisch unterstützt wurde. Das andere Extrem war ein Vortrag, bei dem ich dachte, ich bin im falschen Film: In ihrem Vortrag und auf ihren Powerpoint-Folien wurde kein einziges der Kriterien beachtet, die wir gelernt hatten. Eine andere Teilnehmerin sagte mir im Anschluss daran, dass (auch) sie total sauer war und sich verarscht vorkam. Die Übergabe der Zertifikate am Freitag war sehr feierlich. Der Seminarleiter würdigte jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer mit ein paar Sätzen. Bei mir hob er haargenau das heraus, was mir wichtig ist: meine schön fließende Sprache und meinen Humor. Ich muss Birte noch einmal fragen, aber ich meine herausgehört zu haben, dass er es schade fände, wenn ich nicht weitermachen würde. Drei der Teilnehmenden haben ihr Zertifikat gestern (noch) nicht bekommen: - eine Frau, bei der ich das vom ersten Tag der Fortbildung an kommen sah, - die sehr arrogante und von sich selbst total eingenommene Frau. die dieses hingerotzte sehr schlechte Referat hielt, und - eine Frau, die sehr geknickt war, dass sie das Zertifikat nicht bekam. Ich habe nicht verstanden, warum. Zwei kleine Wehrmutstropfen dieser durch und durch "runden" Sache: - der total heiße Montag: Ich hatte die beiden Nächte zuvor wieder mal extrem wenig geschlafen und die Hitze gab mir dann den Rest. Ich bin froh, dass ich irgendwie im geistigen Dämmerzustand nach Hause gekommen bin. - Diese arrogante Frrau saß neben mir und ist bei einer Paararbeit demonstrativ vor mir geflohen. Erste Kooperationen zur Weiterarbeit habe ich mit anderen Teilnehmerinnen vereinbart.


(11.2.2017) Iich habe meine "Ausnahmewoche" hinter mir: Die erste Präsenzphase der Ausbildung in "Leichte Sprache" (https://de.wikipedia.org/wiki/Leichte_Sprache) Der Unterricht ging von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Das hieß für mich: zwischen 5.15 Uhr und 5.45 Uhr aufstehen und abends ganz früh ins Bett. Je mehr die Woche fortschritt, desto früher war ich im Bett - am Mittwoch bereits um 21.30 Uhr. Ich dachte, dass heute die ganze Anspannung von mir abfällt und ich erst einmal 24 Stunden schlafen muss, aber ich bin erstaunlich fit. Ich wollte diesen Kurs seit vielen Jahren machen, bin aber (abgesehen vom ziemlich hohen Preis) immer davor zurückgeschreckt, weil ich dachte, ich müsste die 2x5 Tage für die Präsenzphasen von meinem Erholungsurlaub abknapsen. Letztes Jahr habe ich erfahren, dass die Veranstaltung als Bildungsurlaub anerkannt ist, den es 5 Tage pro Jahr obendrauf gibt. Man kann den Urlaub für zwei Jahre zusammenziehen, so dass ich überhaupt nichts vom Erholungsurlaub einsetzen muss. Es geht in der Ausbildung darum, Texte in die sprachlichen Kompetenzniveaus A1, A2 und B1 zu übertragen. Wie die Kompetenzniveaus definiert sind, wusste ich vor der Woche auch nicht: Bei A1 nur Subjekt, Prädikat, Objekt und Sätze mit maximal 6-8 gebräuchlichen Worten, bei A2 ist ein Relativsatz erlaubt, bei B1 "normale" Sätze ohne selten benutzte Wörter und Fremdwörter (https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinsamer_Europ%C3%A4ischer_Referenzrahmen#Die_Kompetenzniveaus). Auch für Schriftgröße und Seitenaufbau gibt es Vorgaben. Was sich zunächst einmal einfach anhört, ist natürlich alles andere als einfach! Sehr spannend ist auch die Moderation von so genannten Prüfgruppen. Das sind Gruppen von drei bis fünf Personen mit unterschiedlichen Verständnisniveaus. Um ein Qualitätssiegel zu erhalten muss jeder Text in so einer Prüfgruppe besprochen werden. Dabei geht es darum, möglichst ohne Ja-Nein-Fragen herauszufinden, ob der Text von den einzelnen Personen gut gelesen und verstanden werden kann. Die Ausbildungsgruppe, bestehend aus zwölf Personen, ist toll. Eigentlich wächst ja jede Gruppe zusammen, aber einer der vier Lehrenden sagte heute, ihm sei bereits in der ersten Kaffeepause am Montag klar gewesen, dass die Gruppe gut zusammenpasst: ich, der einzige Mensch mit einer Behinderung, neun Frauen und drel Männer, aus Berlin, Brandenburg, Hamburg und Augsburg. Jetzt folgt die so genannte Online-Phase mit fünf Aufgaben. Im Juni ist die zweite Präsenzwoche, bei der es hoffentlich als Abschluss ein Zertifikat gibt.